Schweinfurter Stadtfest Ende August soll ein Fest der Plätze und der Familien werden
Schweinfurt erleben-Geschäftsführer Hans Schnabel erinnerte wohl letztmals an das 2009 ausgefallenen Straßenfest des Verkehrsvereins, 1974 ins Leben gerufen, als die Spitalstraße zur Fußgängerzone wurde. "Das hat sich überholt, war angestaubt, ist in die Jahre gekommen", weiß Oberbürgermeister Sebastian Remelé,
Schirmherr des neuen Stadtfestes, das einen neuen Termin bekam, nun zwei bis drei Wochen eher statfindet, mitten in den Sommerferien. "Aber es fahren ja nicht alle weg", so der OB. Mit einem Budget von 200.000 Euro (das Straßenfest kam zuletzt mit 30.000 Euro aus) sollen "neue Impulse auch für das Image der Stadt" (Schnabel) geschaffen werden, will man in erster Linie den Handel profitieren lassen, "auch wenn der an diesen Tagen sicher nicht mehr Hemden und Hosen verkauft", sagt der Geschäftsführer. Aber: Auch aus Thüringen oder Oberfranken will Schweinfurt an diesem Wochenende die Familien anlocken, viele vielleicht erstmals überhaupt. Großflächenplakate hängen daher beispielsweise in Suhl, Meiningen oder Würzburg. "Schweinfurt lohnt sich" sollen die Besucher hinterher sagen, die aus einem Umkreis von 70 Kilometer als Einzugsgebiet die Kugellagerstadt als Magneten erleben dürfen.
Der Eintritt wird Freitag und Samstag (wenn das Programm jeweils bis 24 Uhr geht) frei sein. "Das Engagement der Sponsoren ist gar nicht hoch genug zu bewerten", sagt Ralf Hofmann von der Blues Agency, die ja schon das Kneipenfestival Honky Tonk erfunden und nicht nur in Schweinfurt etabliert hat. Die Schweinfurter Großindustrie, aber auch die SWG oder die Sparkasse gehören zu denjenigen, die auf sieben offiziellen Plätzen der Innenstadt unterschiedlichstes Unterhaltungsprogramm (mit natürlich Musik überall) präsentieren, das in seiner Gesamtheit noch gar nicht feststeht, unter www.stadtfest-schweinfurt.de aber ständig aktualisiert wird.
Beispielsweise tritt auf der Hauptbühne auf dem Marktplatz am Samstagabend die Antenne Bayern Band auf. Der Roßmarkt ist Platz des Sports mit dem Auftritt der Killerpilze Samstagabend und ansonsten Trendsportarten. Der Busverkehr wird dafür komplett verlegt. Der Albrecht-Dürer-Platz wird zum Platz der Mode mit einem Catwalk und weiteren Aktionen. Auf dem Martin-Luther-Platz präsentiert sich die Industrie
mit den Lehrwerkstätten der drei "Großen" in Schweinfurt, SKF, FAG und Sachs. Lizzy Aumeier und Frank Firsching sorgen dort für einen Kaberettfreitag. Der Georg-Wichtermann-Platz soll täglich bis 20 Uhr zum Kinderland werden, mit Volker Rosin am Freitag als König der Kinderdisco. Schließlich wird der Schillerplatz (Richtung Stadtgalerie) zum Bierland mit wohl auch einem Wildpark-Streichelzoo, während im Altstadtbereich hinter dem Rathaus im Weinland geschöppelt werden kann. Im Rathausinnenhof lockt ein V.I.P.-Areal als Rückzugsbereich.
Dazu kommen Mitmacher, die in Eigenregie außerhalb des Budgets ein Programm auf die Beine stellen. Das Krankenhaus St. Josef bietet auf dem Platz der Gesundheit u.a. ein begehbares Herz. Auch die Stadtgalerie mischt mit, genauso das Sax´s vor der Kunsthalle oder die Cinema-Bar.
"Dieses Projekt ist eine große Herausforderung. Aber wir sind guten Mutes, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen", sagt Ralf Hofmann. Viele Facetten Schweinfurts wolle man zeigen, "mehr als nur Party. Wir
wollen natürlich beweisen, dass wir feiern können, haben aber auch Inhalte". Und auch der Benefizgedanke kommt nicht zu kurz: Das Schwimmende Ronald McDonald Haus (wir berichteten) wird auf dem Stadtfest an allen Ecken vorgestellt, "Dein Becher für´s Hausboot" heißt eine Aktion, wo Unterstützer ihr Pfand dem guten Zweck zukommen lassen können.
Die Werbefahnen an der Maxbrücke hängen bereits, zum 21. August soll ein Programmheft erscheinen. Als "offene Flanke" sieht Hofmann noch die gastronomische Umsetzung. "Schau ´mer erst mal, nächstes Jahr sind wir dabei", sei die typische Antwort für Schweinfurter Wirte, die sich noch zurückhalten, die aber per Bewerbungsformular auf der Homepage aufgerufen sind, sich mit Ideen zu beteiligen. Hofmanns ehrgeiziges Ziel ist es, "dass die Bevölkerung ab 2011 ihren Urlaubskalender nach dem Stadtfest Schweinfurt richtet".



