Linke fordern: Notfallpläne auf den Tisch
Das Linksbündnis begrüßte die Besatzung der "Robina Wald" im Hafen und nutzte die Gelegenheit zum Informationsaustausch. "Wirklich beeindruckend" findet Norbert Zirnsak, was Robin Wood auf die Beine stellt. Die Floßtour sei gerade vor den Wahlen im Herbst wichtig, weil die unter anderem "zu einer Abstimmung über die Atomenergie werden". „In Schweinfurt wurden wir von fünf Polizeibooten, mehreren Polizeifahrzeugen, Scheinwerferwagen, Tauchern und einem Polizeikameramann begleitet", berichtete die Gruppe.
"Wenn es nach der Bundestagswahl zu einer schwarz gelben Regierung kommt, droht der Kniefall vor der Atomwirtschaft", sagte Zirnsak vorher. Was das bedeute, habe man in Krümmel gesehen. "Wenn die alten Pannenreaktoren am Netz bleiben, steigen zwar die Profite der Atomwirtschaft, aber die Bürger zahlen die Zeche", meinte er.
Norbert Zirnsak schlug einen Bogen zur Politik im Landkreis: "Es ist überhaupt nicht hinnehmbar, dass die CSU einen Feldzug gegen alternative Energien führt." Wer betonkopfartig gegen die Windräder kämpfe, sei unglaubwürdig. "Es ist doch seltsam, dass die CSU keine Lösung für den Atommüll anbietet, gleichzeitig aber längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke in ihr Wahlprogramm schreibt." Die von ihr so bekämpften Atomgesetze sehen vor, dass die sieben ältesten Atomkraftwerke in den nächsten vier Jahren abgeschaltet werden müssen.
Der Meiler in Grafenrheinfeld hat heute das hohe Alter von 27 Jahren. In dieser Zeit sind mehr als 600 Tonnen radioaktiver Abfall entstanden. Darunter rund 50 Tonnen des hochgiftigen Plutoniums. All diese Stoffe müssten mindestens 100.000 Jahre sicher gelagert werden. "Ein Unding und gegen jede Vernunft", so Zirnsak. "Die Probleme werden einfach den künftigen Generationen hinterlassen", sagte er.
In Grafenrheinfeld sei es bisher zu fünf ungeplanten Abschaltungen gekommen. Im Jahr 2006 gab es nach Auskunft vom Linksbündnis zwei Notabschaltungen. Zudem habe es während dieser Zeit über 300 meldepflichtige Störfälle gegeben. Bayernwerk und E.on nahmen nach Informationen vom Linken Bündnis über 25 Milliarden Euro ein. Dabei sei die Atomenergie höchst unwirtschaftlich, weil nach Einbeziehung aller staatlichen Sicherungsmaßnahmen und Entsorgungsaufwänden die hohen Kapitalkosten durch die niedrigen Brennstoffkosten nicht aufgewogen werden könnten. Nach Meinung von Thomas Dietzel müsse das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld sofort abgeschaltet werden, "bevor ein großer Unfall die Gegend verseucht."
Abschließend wies Joachim Reitz auf die Neuwahlen beim Linksbündnis hin. Am 14. Oktober stünden laut Satzung die Vorstandswahlen an. Er lud die Anwesenden dazu ein, sich mit dem Linken Bündnis in die Kreispolitik einzumischen und für Solidarität, Bürgerbeteiligung, Umweltschutz und gegen Rechts zu engagieren.


