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Das Armutsrisiko in Stadt- und Landkreis Schweinfurt für Kinder ist fast doppelt so groß wie für Erwachsene: DGB fordert Ausbau von Kinderzuschlag und Wohngeld

Schweinfurt (19.11.2009) - Fast jedes vierte in der Stadt Schweinfurt lebende Kind bis 15 Jahre muss im Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft leben - im Landkreis ist es jedes Siebzehnte. Armut ist ihre erste Erfahrung mit dem Sozialstaat. Insgesamt sind 2458 Kinder in Stadt- und Landkreis Schweinfurt betroffen - 1481 in der Stadt, 977 im Landkreis.

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Das Verarmungsrisiko von Kindern in dieser Region ist deutlich größer als bei Erwachsenen. „Die geringfügigen Verbesserungen beim Kinderzuschlag und beim Wohngeld in der letzten Legislaturperiode waren völlig unzureichend, um das Verarmungsrisiko von Kindern deutlich zu verringern. Wir brauchen einen Ausbau des Kinderzuschlags und des Wohngelds für Familien mit geringem Einkommen.", folgert Frank Firsching, DGB Regionsvorsitzender. Nur so ließe sich verhindern, dass immer mehr Kinder auf Hartz IV-Niveau leben müssen. Denn selbst wer Arbeit hat, kann mit dem Lohn oft nicht den Familienunterhalt komplett bestreiten.

Der DGB hat die jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit analysiert. In der Stadt Schweinfurt kommen auf 4255 ALG II- Bezieher 1481 Kinder unter 15 Jahren, im Landkreis Schweinfurt sind es 977 Kinder auf 2266. Obwohl auf höchst unterschiedlichem Niveau, ähnelt sich das Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen. Das Risiko, auf Hartz IV-Niveau leben zu müssen, ist dabei für Kinder deutlich höher als für Menschen im Erwerbsalter (15-64 Jahre).

Bei den Erwerbsfähigen in der Stadt war etwa jede/r Siebte (14,1%); bei den Kindern hingegen fast jede/r Vierte (22,3%) auf Hartz IV angewiesen. Im Landkreis ist jede/r Achtundzwanzigste (3,6%) Erwerbsfähige betroffen, bei den Kindern jedoch jedes Siebzehnte (5,9%). Erfreulicherweise hat sich ihre Zahl mit der guten Konjunktur der letzten Jahre etwas verringert, doch bei anhaltender Krise droht das Verarmungsrisiko wieder zu steigen.

DGB-Regionsvorsitzender Frank Firsching: „Kinder sind unsere Zukunft, aber wir handeln nicht danach. Es ist Zeit, endlich Konsequenzen aus den Armutsdaten zu ziehen. Der Ausbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten muss intensiviert werden. Da Bildungs- und Einkommensarmut eng zusammenhängen, müssen Kinder aus materieller Armut herausgeholt werden. Neben Existenz sichernden Mindestlöhnen brauchen wir armutsfeste Sozialleistungen. Deshalb müssen Kinderzuschlag und Wohngeld gezielt für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen ausgebaut werden."

Firsching schlägt vor, den Kinderzuschlag für einkommensschwache Haushalte von bisher maximal 140 Euro pro Kind um etwa 100 Euro zu erhöhen. Zugleich sollten die sehr komplizierten Anrechnungsvorschriften vereinfacht werden. Viele Bedarfsgemeinschaften könnten so aus Hartz IV herausgeführt werden.

Michael Horling



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