Schöne Bescherung laut DGB: Jugendarbeitslosigkeit + 54 Prozent
Von Politik, Arbeitsagentur und Medien ignoriert, steigt die Jugendarbeitslosigkeit rasant an. Noch im Oktober 2009 lag der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat bei 42,3 Prozent. So sind auch die Flyer bedruckt, die ausgeteilt werden. Doch diese Zahl ist im November schon längst überholt. Nun beträgt die Steigerung schon 54 Prozent. Grund genug für die DGB-Jugend, auf die aus ihrer Sicht katastrophale Entwicklung hinzuweisen und politisches Handeln einzufordern.
Die Aufmachung der Aktion war ungewöhnlich. Zwei „Zebrastreifen" liefen auf einen Turm aus großen Würfeln zu, die mit Zetteln beklebt wurden. Auf ien Zetteln konnten die Passanten schreiben, was sie sich für die Jugend wünschten. Nach zwei kalten Stunden waren die Würfel mit allerlei guten Wünschen belegt. „Perspektiven", „Gute Ausbildung", „Keine Studiengebühren", „Gute Jobs" etc., standen auf den viele kleinen Notizzettelchen.
Für Daniel Friedrich vom Ortsjugendausschuss der IG Metall Schweinfurt hat sich die Aktion gelohnt: „Wir haben mit einer pfiffigen Aktion auf einen unhaltbaren Missstand in unserer Gesellschaft hingewiesen: Die Jugend bezahlt die Rechnung der Krise!"
DGB- Jugendsekretärin Ulrike Eifler benennt die politischen Entscheidungen, die der Jugend den Berufsstart verhagelt: „Die Deregulierungspolitik am Arbeitsmarkt ist für diese Entwicklung vordringlich verantwortlich. Ungehemmte Befristungsmöglichkeiten, uferlose Praktikumskarrieren, geförderte Leiharbeit, Mini- und Midi- Jobs sorgen dafür, dass junge Menschen überwiegend prekäre, unsichere Arbeitsverhältnisse annehmen müssen. Damit sind sie immer die ersten die den Job verlieren."


