LINKE trotz unter 10 % zufrieden mit OB-Wahlkampf
Schade sei, so der Kreisvorstand in einer Pressemitteilung, dass man ein zweistelliges Ergebnis und den dritten Platz nur um wenige Stimmen verfehlte. In seiner Analyse nennt der Kreisvorstand zwei Gründe, die ein besseres Ergebnis verhindert hätten. Zum einen hätten die großen bundespolitischen Themen der LINKEN, wie „die Rente mit 67", „der Mindestlohn", „raus aus Afghanistan" oder „Hartz IV" in der OB-Wahl logischerweise gefehlt und damit die Mobilisierung der eigenen Wählerschaft erschwert. Zum anderen hätten kleine Parteien und Gruppierungen Schwierigkeiten bei einer „alles oder nichts Wahl", die eigene Siegeschance ihren Anhängern zu vermitteln. Das zeige diese Wahl deutlich, bei der alle Kleinen zwar Wählerstimmen gegenüber der Kommunalwahl 2008 hinzugewannen, den großen Durchbruch aber nicht schafften. Egal ob sie offensiv das Ziel Stichwahl propagierten, wie es Christiane Michal-Zaiser und Stefan Labus taten, oder bescheiden wie Frank Firsching auftraten, der realistische 10 % plus X als Wahlziel ausgab. Für die LINKE sei dies ablesbar an der schwachen Wahlbeteiligung in ihren Hochburgen wie dem Musikerviertel (28,25%) oder am Bergl (34,56%).
Insofern bedauert die Schweinfurter LINKE, dass die niedrige Wahlbeteiligung ausgerechnet der CSU als größte Partei genutzt hat, die ihr Wählerklientel an die Urnen brachte. OB-Kandidat Frank Firsching lobte in der Kreisvorstandssitzung den fairen Wahlkampf aller Beteiligten und bedankte sich dafür insbesondere bei allen anderen Kandidatinnen und Kandidaten. In den Mittelpunkt seines Dankes stellte er seine Wähler und den vielen engagierten WahlkämpferInnen der eigenen Partei.
Der Kreisvorstand stellt sich hinter die Wahlempfehlung ihres Vorsitzenden und Kandidaten Frank Firsching, der noch am Wahlabend ankündigte, in der Stichwahl Kathi Petersen zu wählen. DIE LINKE begründet ihre Wahlempfehlung mit der großen kommunalpolitischen Schnittmenge beider Wahlprogramme. „Wenn wir einen Sozialpass wollen, mehr Transparenz der städtischen Töchter, eine kommunale Arbeitsmarktpolitik ohne 1 €- Jobs und größere Anstrengungen der Stadt bei der Schaffung von Kindertagesstätten einfordern, sehen wir bei einer Oberbürgermeisterin Kathi Petersen hierfür wesentlich besseren Umsetzungsmöglichkeiten als bei einem OB Sebastian Remelè", so Frank Firsching. Außerdem habe DIE LINKE kandidiert, um einen politischen Wechsel an der Stadtspitze herbeizuführen, der mit CSU-Mann Remelé nicht möglich sei, so die Mitteilung.


