unabhängig * überparteilich * täglich aktuell
SUCHE:

Neues und Interessantes aus Schweinfurt Stadt und Land

„Runder Tisch“ zum Thema Methadonsubstitution: Auch eine Frage der Finanzierung

Schweinfurt (17.08.2010) - Anfang August fand im Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus ein „Runder Tisch" zum Thema Methadonsubstitution statt. Ziel der Besprechung war es, eine möglichst schnelle und für die Zukunft tragfähige Lösung zur Methadonsubstitution Drogenabhängiger in der Region Schweinfurt zu finden.

...lesen Sie unterhalb der Anzeige bitte weiter...
Anzeige

Neben den bisher an der Versorgung beteiligten niedergelassenen Ärzten bzw. Apothekern der Region nahmen Vertreter des Bezirks Unterfranken, der Stadt Schweinfurt, des Gesundheitsamtes, der Drogenberatungsstelle (Diakonie), der Krankenhäuser in Schweinfurt und Werneck sowie der Krankenkassen an der Besprechung teil.

Es bestand bei den Teilnehmern Einigkeit darin, dass einerseits eine sehr schnelle Lösung gefunden werden muss, um die Versorgung in der Region Schweinfurt kurzfristig zu stabilisieren, andererseits es aber zukünftig sinnvoll ist, die somatischen und psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten im ambulanten und stationären Bereich sowie die Beratung Drogenabhängiger im Sinne einer „integrierten Versorgung" besser zu vernetzen. Dem entsprechend bekräftigten die Beteiligten auch ihre Zusage, die KV Unterfranken bei der Suche sowohl nach kurzfristigen Lösungen als auch der Entwicklung eines langfristig stabilen Konzepts zu unterstützen.

Breiten Raum in der Diskussion nahm die Frage der Finanzierung einer solchen spezialisierten Behandlungseinheit an. Nach den bisherigen Erfahrungen der niedergelassenen Ärzte wäre eine solche, primär auf die Methadonsubstitution und Behandlung Drogenabhängiger spezialisierte Praxis ohne gesonderte Finanzierungsregelungen langfristig nicht aufrecht zu erhalten. Die Krankenkassen sagten eine Prüfung des Sachverhalts nach Vorlage eines entsprechenden Konzeptes zu.

Dieses könnte mittelfristig (ab 2012) darin bestehen, dass der Versorgungsauftrag der Institutsambulanz des Bezirkskrankenhauses Werneck auch auf die Methadonsubstitution in einer weiteren Betriebsstätte in Schweinfurt erweitert wird.

Gemeinsam mit der Drogenberatung der Diakonie könnte dann eine auch räumlich zentrale Anlaufstelle realisiert werden. Niedergelassene Ärzte und die Krankenhäuser der Region würden bei Bedarf mit in die Versorgung einbezogen. Die Beteiligten sagten zu, kurzfristig die Realisierbarkeit eines solchen Konzeptes zu prüfen und möglichst bis 2012 zu realisieren.

Für die Übergangszeit zeichnet sich eine Lösung dahingehend ab, dass die bisher in der Region involvierten Ärzte die Versorgung gegebenenfalls auf mehreren Schultern verteilt bis Ende 2011 weiter fortführen. Stadt Schweinfurt und Leopoldina Krankenhaus sagten zu, die organisatorischen und räumlichen Voraussetzungen für diese Übergangszeit zu schaffen, so dass im Stadtgebiet Schweinfurt eine entsprechende Anlaufstelle für die Methadonsubstitution weiterhin verfügbar ist. Von Seiten der KV Unterfranken wären die zulassungsrechtlichen Fragen für die beteiligten Ärzte zu klären. Ziel ist es, noch im 4. Quartal 2010 die skizzierte Übergangslösung umzusetzen.

Michael Horling



Aktuelles
Neues aus
Straßburg und Brüssel
Mypet - News
Tipp der Redaktion