Schweinfurter Stadtfest und Bercher Kerm: Helmut Müllers Recherchen in Sachen Plakatwerbung
Ob diese Werbung der Konkurrenz denn ausgerechnet im Kirchweihort stehen müsse, fragte Müller bei Peter Neubert an - und erhielt klaren Bescheid, dass man diese Werbemaßnahme "zulassen musste". Wenn dem so ist, schlussfolgerte der TSV-Chef, könne er wahrscheinlich auch an Schweinfurts Straßen plakatieren. Vom städtischen Ordnungsamt wurde er an die Deutsche Städtereklame verwiesen, mit der Schweinfurt einen Exklusivvertrag über die Außenwerbung abgeschlossen hat - und erfuhr dort Erstaunliches: Werbung auswärtiger Veranstalter sei vertraglich ausgeschlossen, für die "Bercher Kerm" gebe es an Schweinfurts Straßen keinen Platz.
Wo Regeln sind, gibt es auch Ausnahmen, dachte sich Müller und kontaktierte den städtischen Wirtschaftsförderer Hans Schnabel, seinerseits als Geschäftsführer des Werbevereins "Schweinfurt erleben" je eigentlich auch Veranstalter des Stadtfestes. Und tatsächlich: Multifunktionär Schnabel, der sich aktuell ja auch um die Belange der Tourismusförderung für Stadt und Land zu kümmern hat, zeigte sich generös und erteilte die Ausnahmegenehmigung zur Aufstellung von fünf Kirchweih-Plakatständern im Stadtgebiet. Mit dieser Information im Gepäck wurde Müller (telefonisch) wieder bei der Deutschen Städtereklame vorstellig, die auch gleich aktiv wurde und seine Adressdaten abfragte.
Da schwante dem wackeren Kirchweihkämpfer, dass die Angelegenheit nun in geschäftsmäßige Bahnen überführt würde und vorsichtshalber erfragte er noch die Konditionen für die ausnahmegenehmigte Werbemaßnahme. Zwei Euro je Straßenplakat pro Tag sollten hier fällig werden, was erstmal nicht so furchterregend klang, in der Summe aber doch zwei Hunderter plus Mehrwertsteuer gekostet hätte, weshalb Müller seine endgültige Entscheidung erst einmal vertagte. Und noch einmal sein Rathaus kontaktierte, mit der Rückfrage, weiviel Geld man dort denn für die Plakate des Stadtfestes bekäme. Pauschal 2,50 Euro pro Plakat für die gesamte Werbemaßnahme lautete der Bescheid, wobei allerdings auch hier ein "Generalvermarkter" zwischen den Werbetreibenden und der Gemeinde makelt und vom Stadtfest-Veranstalter wohl deutlich mehr kassieren wird.
Die Sache mit der Plakatwerbung in Schweinfurt wird sich der TSV Bergrheinfeld nun wohl schenken; zumal ihm am eigentlichen "Hochtag" seines Festes, dem Kirchweihsonntag, das Stadtfest (findet nur Freitag und Samstag statt) sowieso nichts mehr anhaben kann. Die Konkurrenz am Samstag ist indes noch einmal gewachsen, weil der Wolf-Möbel-Outlet-Store im Schweinfurter Hafen nun auch noch sein Sommerfest veranstaltet - Luftlinie etwa 3 Kilometer nach Bergrheinfeld und 1,5 zum Schweinfurter Stadtfest. Den Bürgern in der Region kanns nur recht sein - Konkurrenz belebt das geschäft und in diesem Fall dürfte wirklich einmal für jeden Geschmack etwas dabei sein...

Petra K r o l l
Erich V a l t i n
Kerstin W e s t p h a l
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