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Heimpleite: Bei Gerolzhofens Handballern fehlte der Siegeswille

Gerolzhofen (01.03.2009) - Ganz gewaltig fiel er aus, der Jubel der Kunstadter in Gerolzhofen nach dem zweiten Erfolg in Serie gegen Mannschaften, die in der Tabelle ziemlich weit oben stehen. „Das ist ein Hoch, auf dem wir Schweben", strahlte Coach Ulli Hillebrand nach dem an sich nie gefährdeten 33:29 bei den Unterfranken. In derartiger Verfassung dürfte der Klassenerhalt kein Problem sein für die HG, die noch dazu auf die Stammspieler Florian Kratzer und Matthias Hoh (beide vor Examensprüfungen) verzichten mussten. „So mussten unsere ersten Sechs fast durchspielen. Ich hatte daher ein bisschen Angst, dass wir konditionell einbrechen", so Hillebrand.
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Was nicht passierte. Fast ständig verteidgten die Gäste einen Vorsprung um die fünf Tore, lagen zwischenzeitlich sogar mit 22:16 (42. Minute) oder mit 26:20 (47.) vorne. Lediglich bis zum 5:5 gestaltete Gerolzhofen die Partie ausgeglichen. Vier Paraden in Serie von Kunstadts Torwart Manuel Heublein wendeten in dieser Phase das Blatt zugunsten der Oberfranken, die danach nichts mehr anbrennen ließen. Gegen Ende waren es vor allem die neun Tore von Stefan Walter alleine in der 2. Halbzeit, die den TVG im Match hielten. Zwei Minuten vor dem Ende hieß es nur noch 29:31, dann aber mussten die Hausherren die letzte Phase nach einer Zeitstrafe mit nur noch fünf Feldspielern bestreiten.

„Die wollten heute nicht", warf Stephan Dinkel seinen eigenen Jungs vor, „wir haben gelähmt gespielt, der Siegeswille fehlte. Bei Kunstadt war er da", so Gerolzhofens Trainer, der verschiedene Ursachen ergründen wollte. War es vielleicht der gemeinsame Skiausflug eines Großteils des Teams über Fasching? „Wir konnten nicht trainieren. Aber in einer Woche verlernt man das Handballspielen nicht!" Eher aber schon hatten die nur zwei Treffer von Tobias Servatius („er hat schlecht getroffen") damit zu tun oder der gänzlich leer ausgegangene Sebastian Kneuer, der Mann am Kreis. „Drei Kunstadter haben den stets festgehalten, aber die Schiedsrichter pfiffen nicht ein Mal...", haderte Dinkel. „Kneuer macht normal fünf, sechs Tore. So konnten wir nicht gewinnen. Beim Gegner ist dagegen fast jeder Wurf rein. Obwohl wir wirklich alle Abwehrformationen ausprobiert haben..."

„Die Mannschaft ist fit, da muss ich meinem Vorgänger danken", lobte Ulli Hillebrand, der lediglich in der Schlussphase ein bisschen Bedenken bekam, ob der Vorsprung denn nicht doch noch schmilzen würde. „Aber dann waren wir konzentriert bis zum Schluss." Bei Tabellenführer Auerbach steht nun die dritte Partie gegen ein Spitzenteam an, ehe mit dem Heimspiel gegen Sulzbach die Spiele gegen Teams auf Augenhöhe beginnen. „Für diese Partien gegen direkte Kandidaten sind wir gerüstet", weiß Hillebrand. Was Stephan Dinkel bestätigte, der schon mal nach vorne blickte: „Ich fahre auch nächste Saison gerne nach Kunstadt!"

Handball-Landesliga Nord : TV Gerolzhofen - HG Kunstadt: 29:33 (10:15)
TV Gerolzhofen: Florian Weinig, Alexander Resler - Surab Schamling (2), Stefan Walter (14), Sebastian Resch (4), Benedikt Friedrich, Benjamin Schmitt (2), Sebastian Rosentritt, Tobias Servatius (2), Sebastian Kneuer, David Brand (1), Philipp Löhrlein, Fabian Servatius (1), Julius Schuchbauer (3).
HG Kunstadt: Marcel Heublein, Christian Schnapp, Michael Bernert, Andrei Stirbati (6), Marco Müller (10), Daniel Maik, Alexander Bechtel, Marco Mussoni, Dominik Neuburg, Manuel Heublein, Florian Klihm (8), Tobias Lutter (3), Sascha Haublein (6).
Schiedsrichter: Wagner und Zeller (beide HSV Pegnitz).
Zuschauer: 200.

(Aus Gerolzhofen mit Text und Fotos: Michael Horling / SWEX.DE)

Horling



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