Das nächste Derby für Großbardorf: Für den Sennfelder Pascal Stahl ist es ein Wiedersehen mit alten Kollegen
Würzburg, da war doch was? Genau: Nur etwas mehr als zwei Wochen ist es her, als die Grabfelder an der Mainaustraße mit 2:1 im Rahmen des XXL-Cups siegten. "Wir hätten sogar höher gewinnen müssen. Aber bei denen wird diesmal eine ganz andere Mannschaft auflaufen", glaubt Wolfgang Schmitt. Damals wie auch am (im Falle der Würzburger verschobenen) Spieltag eins fehlten den Domstädtern zahlreiche Studenten. "Das Spiel war kein Maßstab. Würzburg ist stark. Das wissen wir", sagt der TSV-Trainer.
Sein Kollege Michael Hochrein beobachtete die Großbardorfer natürlich auch am Finaltag des Cups gegen Hoffenheim II und war Zeuge des 3:3-Remis gegen Ismaning. Binnen 14 Tagen reist er also zum dritten Mal ins Grabfeld, sicherlich mit berechtigter Hoffnung, sein Team nicht leer ausgehen zu sehen. Pascal Rausch schoss gegen Hof beide Tore, mit Daniel Drenkard und Simon Häcker spielten Söhne mit, deren Väter 1990 mit dem FC Schweinfurt 05 in die 2. Bundesliga aufstiegen, die beide im Landkreis Schweinfurt wohnen. Trotzdem kicken beide für den WFV, wie einst auch Pascal Stahl, ein Sennfelder, der nun nach Großbardorf wechselte und der in Schweinfurt am Mittwoch den Ehrentreffer schoss, "als einige von uns ihre Nerven anscheinend nicht so auf die Reihe bekommen haben", sagt Schmitt.
Warum Stahl, der in Schweinfurt bei der Firma Fresenius Medical Care angestellt ist, nach Großbardorf ging? "Ich hatte einige interessante Angebote. Ausschlaggebend war einerseits die sportliche Perspektive, in der Bayernliga spielen zu können, und die Tatsache, dass Großbardorf junge, talentierte Spieler integriert und fördert. Andererseits hat mich die Art und Weise beeindruckt, wie sich das Management vom TSV um mich bemüht hat", sagt er. Scheinbar nicht interessiert war das vor der Haustüre liegende Schweinfurt "Der FC 05 ist eine der besten Adressen im unterfränkischen Fußball und von daher immer interessant, zumal ich während meiner fußballerischen Ausbildung die schönste Zeit dort verbrachte. Da sind immer noch Verbindungen und Gefühle da, das ist doch ganz normal", so der 21-Jährige, der als großes Talent gilt und der 2005/2006 ein Jahr mit den Schnüdeln in der U 17-Regionalliga Süd spielte. Damals gegen Teams wie FC Bayern München (Foto links mit Stahl vor Keeper Baris Basvaram, das rechte Bild zeigt den heute 21-Jährigen beim Warmlaufen in Schweinfurt)), VfB Stuttgart, den späteren Deutschen Meister 1860 München, Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg... "Das war eine Wahnsinnssaison", erinnert sich Stahl vor allem an über 2000 Zuschauer gegen die Bayern. Sieben Tore schoss er damals in der Saison, in der erst spät feststand, dass die Schnüdel wieder absteigen mussten.
Ein Tor in 26 Partien waren Pascal Stahls Beitrag zum Wiederaufstieg des WFV als Meister der Landesliga. Gegangen ist er trotzdem. "Nachdem Daniel Drenkard nach Würzburg zog, war für mich zum damaligen Zeitpunkt der Aufwand zu groß, zumal ich auch beruflich mich orientieren musste", berichtet er. Kontakte zum alten Club, wo er eine Saison kickte, gibt´s natürlich noch. "Das ist doch klar, wenn man intensiv zusammen trainiert und viele Erfolge gefeiert hat!" Gerade mit Drenkard, mit dem er eine Fahrgemeinschaft bildete, oder mit Tobias Rosenberger oder Jan-Peter Grunz, einst U 17-Teamkollegen in dem aufregenden Jahr. Mit dem Keeper bezog Stahl ich in der Bayernauswahl gemeinsam ein Zimmer.
Fußball-Bayernliga: TSV Großbardorf - Würzburger FV (Samstag, 16 Uhr)
Großbardorf (Kader): Klaus Freisinger, Christoph Werner - Mirza Mekic, Fabian Kurth, Johannes Volkmar, Markus Lurz, Oliver Kröner, Manuel Leicht, Manuel Orf, Simon Bolz, Marcel Hirn, Stefan Piecha, Christian Laus, Marco Prediger, Christian Schmidt, Maximilian Zang, Waios Dinudis, André Rieß, Pascal Stahl.
Es fehlen: Sebastian Knüttel (OP).



